SV Einheit Wittenberg e.V. Fußball

FAIRPLAY-LIGA - Ein strittiges Thema

Tim-Merlin Ahlendorf, 10.01.2018

FAIRPLAY-LIGA - Ein strittiges Thema

MEINE EHRLICHE MEINUNG ZUR FAIRPLAY-LIGA

Die meisten müssten ja mitbekommen haben, das wir seit dieser Saison an der FairPlay-Liga teilnehmen. Da ich schon sehr oft gefragt wurde was ich von dieser Liga halte und ich selbst auch mit anderen Trainern darüber gesprochen habe, möchte ich einen Beitrag darüber verfassen.

 

Zuerst einmal möchte ich jedoch andere Meinungen wiedergeben:

 

Obwohl Fußball ein reglementierter sportlich fairer Wettkampf zweier Mannschaften ist, sind die Verantwortlichen vom Kreis- und/oder Landesfußball der Meinung, die Jungs und Mädels der F-Jugend vertragen noch keine Endergebnisse und spielen diese Saison eine Art „Kuschelliga“ ohne Ergebnis.(Anmerkung eines Webmasters)

Nennen wir es doch beim Namen, diese FP-Liga ist eine einzige Katastrophe. Ich selbst trainiere jetzt seit fast 4Jahren Bambini und F-Jugend Mannschaften und ich weiß erst seit kurzem, dass es die schon seit 2007 gibt.
Für mich kein Wunder, dass es auf den Fußballplätzen kaum mehr Respekt gibt und Schiedsrichter (die es immer weniger gibt) mittlerweile verprügelt werden, wenn schon bei den Kleinsten mit dem Recht des Lauteren / Stärkeren begonnen wird.
Dieser ganze pädagogische Mist fängt echt langsam an zu Nerven. Trainer tauschen Nummern aus um Ergebnisse zu sammeln und eigene Tabellen anzulegen. Was soll das? Veröffentlicht alle Ergebnisse direkt. Das ganze Leben ist ein einziger Wettkampf und in der Sportschau ist am Ende immer die Tabelle. Meint irgendjemand das könnte man vor einem 6jährigen Fußballverrückten verbergen? Die wollen wissen wo sie stehen! Turniere wo alle Sieger sind, ich lach mich tot! Halbfinale, Finale, Sieger... das ist es was den Sport ausmacht und zwar von Anfang an. Wer das für sein Kind nicht möchte soll mit Ihm Minigolf spielen gehen. Ach sorry, da gibt es ja auch Punkte. Geht joggen, aber ohne Zeitnahme.
“ (Anmerkungen von WERDERDAS)

Zum einen ist es ein guter Ansatz. Ich stehe voll dahinter, dass die Zuschauer/Eltern entsprechend weit vom Platz stehen. Das entspannt ungemein, auch wenn es dann und wann noch einzelne gibt, die lautstark ihre Kinder ansprechen/anschreien. Das können aber die Trainer oder der Platzobermann dann regeln.
Was aber nur in Teilen funktioniert ist die Selbstbestimmung bei Fouls, wenn sie überhaupt erkannt werden. Und hier gilt zum Teil auch für die Trainer:
1. der lautere gewinnt
2. es wird ignoriert und weitergespielt
3. die Kinder/Trainer diskutieren auf dem Platz (Anmerkungen von RPHAL)

Alles im Allen stelle ich immer wieder fest, dass falscher Ehrgeiz und mangelndes Verständnis für die kindgerechte Entwicklung an Trainern und Eltern vorbeigegangen. Im Kinderfuß´ball sollte nur das Kind unbedingt gewinnen wollen. Der Gewinn des Trainers sind nicht die Punkte sondern die Erfolge bei der fußballerischen Entwicklung!(Anmerkungen von SaschaLaurijssens)

Ihr nehmt den Kindern die Freude am sportlichen Vergleich, beraubt sie des besonderen Reizes des Punktspiels, der Platzierung, der Spannung in der Saison, des Gefühls, ein echtes Spiel mit echtem Schiri zu haben. Ihr beraubt sie des Gefühls der Verbindlichkeit von Regeln und der Sicherheit, dass diese Regeln eingehalten werden.
Die Lösung ist ganz einfach: der Einsatz meinetwegen junger Schiedsrichter in der Ausbildung, die sich zurückhalten, solange die Kinder richtig entscheiden und nur eingreifen, wenn etwas schief läuft.
So gehört es sich in dem Alter. Falsche Einwürfe werden wiederholt und der Schiri erklärt/zeigt, geduldig, wie man es richtig macht.
(Anmerkungen von NUR-DER-FCU)

Ein weiterer Aspekt sollte auch nicht außer acht gelassen werden: die Eltern unserer Kinder melden die jungen Fußballer gerade deshalb im Verein an, damit sie das Fußballspielen richtig und in pädagogisch angemessener Begleitung erlernen. Ein Verein verspricht diesen geschützten Rahmen der Könnensentwicklung. Den dürfen wir mit solchen pseudopädagogischen Experimentierfeldern nicht preis geben - es ähnelt sonst einer vom Verband diktatorisch verordneten "unterlassenen Hilfeleistung" um es mal deutlich auf den Punkt zu bringen. (Anmerkungen von Ralf Tarant, RSV Göttingen 05)

 

Ich denke das genügt um auch mal zu zeigen was andere davon denken. Ich selber bin auch der Meinung das dieses Konstrukt Vor-und Nachteile hat. Die meisten Wissen das dies mein erstes Jahr als Cheftrainer ist, zuvor habe ich nur ein paar Jahre Fußball-Manager gespielt, war in der vorherigen Saison Co-Trainer bei der E-Jugend und spiele bereits seit 2011 im Verein Fußball, deshalb werden sich die meisten vermutlich denken das ich sowieso unerfahren und unwissend bin. So ist es aber nicht, ich hab mich mit der ganzen Sache wahrscheinlich mehr auseinander gesetzt als der Großteil der Trainer die auch einer FairPlay-Liga angehören. Nun zu dem um was es hier eigentlich gehen sollte. Die Regelung mit den Eltern ist gut, denn die Trainer sollten das Sagen haben, man muss dazu natürlich sagen das nicht alle Eltern so sind, ich hatte das Problem diese Saison zumindest bei meinen Spieler-Eltern nicht. Kritisch sehe ich jedoch den Punkt ohne Schiedsrichter zu spielen, unsere Spiele laufen zu 80 %-90 % ruhig ab, der kleine Teil in denen es dann strittige Situationen gibt ist jedoch meistens für Spieler und Trainer schwer zu entscheiden und dafür wäre ein Schiedsrichter die passende Lösung. Des Weiteren finde ich es Quatsch ohne Tabelle und ohne Ergebnisse zu spielen. Wer schon in der Jugend selber als Spieler oder als Trainer tätig war, weiß das Fußball wettkampforientiert ist. An erster Stelle steht unangefochten der Spielspaß und die Entwicklung der Kinder und das sollte auch jeder wissen aber auf der nächsten Stufe, wenn nicht sogar auf derselben steht der Erfolg. Es gibt nun mal Verlierer und Gewinner und ich finde das sollte man auch nicht verheimlichen, zumal es auch im Interesse der Kinder steht wie viele Tore man geschossen hat oder wer wo in der Tabelle steht.

Ich wollte damit nur zeigen was ich von dieser Liga halte und vor allem auch was andere davon halten. Das sollte natürlich auch keine Kritik an dem Konzept des DFB, FSA oder KFV sein, sondern lediglich eine legitime Meinungsäußerung.


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